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Eiweiss ist ein wichtiger Energielieferant für Sportler. Viel Eiweiss und sehr wenig Fett liefert Geflügel. Frifag ist der drittgrösste Geflügelproduzent der Schweiz und hat eine eigene Produktionskette - jeder Lieferant ist persönlich bekannt. Andi Schmal, CEO von frifag, spricht mit uns über falsche Annahmen, Zukunftsprojekte und tiergerechte Haltung. 

Andi, Geflügelfleisch ist gesund und für unsere Ernährung bedeutungsvoll. Wie viel Geflügelfleisch produzieren wir in der Schweiz? Wie sieht es beim Schweine- und Rindfleisch aus? 
Mittlerweile wird rund 64% des in der Schweiz komsumierten Geflügels in der Schweiz produziert. Beim Schweinefleisch sind es ca. 95%- und beim Rindfleisch liegen wir bei ca. 85%. Beim Geflügelfleisch haben wir noch Potenzial. Es wird meiner Meinung immer noch zu viel Geflügelfleisch importiert. Gerade bei den Lebensmitteln ist der Preisdruck aufgrund des grossen Angebots enorm. 

Wir konsumieren einiges an Geflügel pro Jahr: Rund 14kg pro Kopf. Bei dieser Menge ist es mir persönlich wichtig, dass ich die Wertschöpfungskette des Geflügels kenne. 

Wie viel Geflügelfleisch produziert resp. verkauft ihr jährlich? 
Im Jahr 2018 haben wir 13 Millionen Kilo verkaufsfertiges Geflügel verkauft. Damit wir dieses Volumen erreichen, werden täglich zwischen 35’000 und 40’000 schlachtreife Hühner ausgestallt. Ein Poulet ergibt ungefähr 1.5 kg verkaufsfertiges Fleisch. 

Richtig oder falsch? Poulets sind nur männliche Tiere. 
Falsch. Für die Geflügelfleischproduktion werden männliche und weibliche Tiere zu gleichen Teilen aufgezogen. 

Ihr habt die eigene Produktionskette in den Händen. Was bedeutet das genau? 
Das heisst, dass wir die Kontrolle auf sämtlichen Produktionsstufen von der tiergerechten Haltung auf den Schweizer Bauernhöfen bis zur raschen, hygienisch einwandfreien Verarbeitung haben. Wir haben einen eigenen Tierarzt für die Tiergesundheit und eigene Spezialisten für die fachgerechte Überwachung der Geflügelaufzucht. So führt zum Beispiel der Beratungsdienst die internen Kontrollen in den Aufzuchtsbetrieben durch. Er hat dabei ein wachsames Auge auf den Zustand der Stallungen und auf die Gesundheit der Tiere. Gleichzeitig steht er den Bauern bei allen Fragen rund um die Geflügelaufzucht beratend zur Seite. 

Wie viele Bauernbetriebe arbeiten exklusiv für frifag? 
Rund 130. Die Geflügelproduktion betreiben die Bauern in der Schweiz immer als zweites Standbein neben der Milchwirtschaft, dem Ackerbau, etc. 

Unsere Bauernsind in Bezug auf das Geflügel aber exklusiv für uns tätig. Das bedeutet, dass wir terminlich vorgeben, wann der Betrieb neues Geflügel erhält und wann ausgestallt wird.   

Kann jeder Betrieb aufgenommen werden? Und wie oft kontrolliert ihr die Betriebe? 
Unser Leiter Tierproduktion und die Berater sind für zugunsten des Tierwohls in regelmässigem Kontakt mit den Bauernbetrieben. Hinzu kommen auch diverse externe Kontrollen.  

Damit ein Bauernhof ins frifag Tierhaltungskonzept aufgenommen wird, hat er strenge Aufnahmekriterien und Richtlinien für den ökologischen Leistungsnachweis zu erfüllen. Die Verantwortung beginnt bei den Mästern mit täglicher Selbstkontrolle in Form von Gesundheitsüberwachung der Tiere sowie der Prüfung von Temperatur, Luft und Einstreu im Stall.  

In Kooperation mit dem Schweizer Tierschutz (STS) habt ihr die modernste Ausstallungstechnologie im Einsatz und konntet die Betäubung auf eine kontrollierte Atmosphäre umstellen. 
Genau. Unser System ist für die Tiere stressfrei. Und sowohl für unsere Mitarbeitenden wie auch für die Bauern ist das Ausstallungs-System massiv verbessert worden. 

Richtig oder falsch? Für die Geflügelfleisch- und Eierproduktion werden dieselben Rassen eingesetzt. 
Falsch. Es gibt heute spezialisierte Fleischrassen und Legerassen. Es sind ganz unterschiedliche Bedürfnisse, die abgedeckt werden müssen. 

Die Schweiz importiert auch Soja aus Brasilien – als Futtermittelkomponente von Sojafeldern, wo ursprünglich Regenwälder standen. Der Sojaanbau ist einer der Hauptgründe, weshalb noch heute jedes Jahr riesige Flächen der Regenwälder (brand-)gerodet werden. Könnte es bald eine Alternative zum Sojafutter geben? 
Soja ist für viele Nutztiere die wichtigste Zutat, um ihren Bedarf an Protein und Aminosäuren zu decken. Weil die Hülsenfrucht aber auch eine grosse Bedeutung für die menschliche Ernährung hat, entsteht eine Konkurrenz um die Ackerflächen für den Anbau von Futter- bzw. Nahrungsmitteln. 

Das Unternehmen Bühler AG hat eine Studie veröffentlicht, die aufzeigt, dass Sojaschrott im Tierfutter durch Insekten- oder Algenmehr ersetzt werden könnte. Es wird wohl noch eine Weile dauern, aber das könnte eine gute Alternative werden. 

Isst du eigentlich auch mal vegetarisch? 
Ich esse schon sehr gerne Fleisch, aber zwischendurch auch mal vegetarisch. In Bezug auf die Fleischverwertung finde ich es wichtig, dass wir alle Produkte essen. Also nicht immer nur die “feinen” Fleischstücke. Schliesslich musste man ein Tier dafür töten.  Deshalb sollten wir auch alles essen, was daraus verwertet werden kann. 

Was würdest du uns als ein Sportlermenü empfehlen? Hast du ein gutes Rezept? 
Natürlich. Mein Vorschlag für ein eiweisshaltiges Rezept: Safran-Gemüse-Poulet mit Reis.

Über Andi Schmal

Andi Schmal war von 2000-2003 Leiter Marketing/Verkauf. Seit dem Jahre 2003 leitet er als CEO die frifag märwil ag. Seinen Ausgleich findet er beim Skifahren, auf Töfffahrten oder bei Tennisrunden. Als leidenschaftlicher Skifahrer war er bereits beim Skimarkt Kunde und gehört damit zu den langjährigsten Kunden von Pais Sport. 

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Denise Girardet

Im Marketing haben wir mit Denise einen Trumpf in der Hand. Nahezu jeden Wunsch, jede Anregung oder jede noch so utopische Idee von unserer Seite münzt sie in professionelle (digitale) Kommunikation um. Durch ihre Liebe zum kompletten Outdoor-Segment hat sie eine enge Bindung zu unseren Produkten und rundet unser Team deshalb perfekt ab.

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