Pais Sport
Das Sportfachgeschäft in St.Gallen für Ski, Velo, Wandern und Laufen. Bodenständig und authentisch. So beraten wir seit 2005.

Wie jeder zum Marathonläufer wird

Nach seiner Laufrunde fühlt er sich genial und vollkommen, er rennt bis zu 120 km pro Woche und ist davon überzeugt, dass jeder Nicht-Läufer einen Marathon laufen kann. Kevin Thoma arbeitet bei adidas und ist leidenschaftlicher Marathonläufer. Wir sprechen mit ihm über seine Arbeit und er sagt uns, warum man beim Laufen nicht auf seine innere Stimme hören soll.

Kevin, was ist dein Job bei adidas?

Der Aussendienst im Detailhandel hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Nicht nur bei adidas. Die Mitarbeiter konnten nicht mehr so viel bei den Händlern vor Ort, bei Schulungen oder Events dabei sein. Ich bin quasi der verlängerte Arm des Aussendienstes und betreue rund 16 Runninghändler – Pais Sport ist einer davon. Meine wie auch rund 65 weitere Stellen in Europa hat adidas deshalb neu geschaffen: Damit wir wieder näher und mehr beim Händler vor Ort sind.

Laufen ist ja fast dein zweiter Job. Wie viel läufst (in km und h) und arbeitest du?

Meine Arbeitswoche hat auch 42 Stunden. Und in einer Laufwoche kommen so zwischen 80 bis 120 km zusammen.

Du bist in den sozialen Medien aktiv, vor allem auf Instagram. Wie helfen dir diese Plattformen in deinem Beruf? Ich sehe einerseits was die Konkurrenz so macht und was gerade bei meinen Runninghändlern aktuell ist.

Warst du schon immer ein Läufer?

Nein, früher habe ich Fussball gespielt. In der 95. Minute habe ich festgestellt, dass ich konditionell noch locker weiter spielen konnte, dafür war meine Schwäche das Goalschiessen. Mein Vater – selbst Marathonläufer - hat mich dann zu einem Halbmarathon angemeldet. Das war 2010. Mit sehr wenig Vorbereitung war ich recht erfolgreich, da meine Kondition vom Fussball her sehr gut war. Und irgendwann war der Halbmarathon nicht mehr genug (schmunzelt).

Du bist also dank deines Vaters zum Marathonläufer geworden. Wie wichtig ist es, im Sport einen Coach, Begleiter oder Partner zu haben? Laufen ist ja gemäss deiner eigenen Aussage ein „egoistischer“ Sport.

Grundsätzlich ist es als Einsteiger hilfreich, wenn man eine Begleitung hat. Vor allem weil beim Laufen zu Beginn viele Fragen aufkommen. Wie starte ich überhaupt? Welche Schuhe brauche ich? Wie lange muss ich mich erholen? Zudem ist es natürlich schöner, wenn man die Lauferlebnisse mit jemandem teilen kann.

Kann jeder Nicht-Läufer zum Marathon-Läufer werden?

Ja, davon bin ich fest überzeugt. Der Mensch war schon immer Jäger und Sammler und hat deshalb das „Lauf-Gen“ im Blut. Für einen Marathon braucht es aber viel Vorbereitung und zielgerichtetes Training, das geht nicht von heute auf morgen. Man muss viel Zeit investieren, geduldig sein und sich seriös vorbereiten. Man kann auch viel kaputt machen. Hürden im Aufbautraining gibt es natürlich immer, aber die sind es auch wert zu meistern. Wichtig finde ich vor allem, dass man läuft, wenn man Lust hast. Lauf zuerst 15 Minuten, dann 3 Minuten länger. Der schlimmste Feind ist die innere Stimme: Die sagt einem nämlich immer, das man keine Energie mehr hat. Aber sie „lügt“.

Ich habe beispielsweise noch keine Erfahrung im Laufen. Welche drei Tipps hast du für mich, damit ich nicht schon nach der ersten Runde den Bickel hinwerfe?

  1. Laufe, wenn du Lust hast. Nimm das Positive auf: Der Vogel, der auf dem Baum pfeift.
  2. Laufe im Team. Mit einem Kollegen macht es mehr Spass und dem Kollegen sagt man weniger schnell ab, als wenn man alleine läuft.
  3. Laufe mit dem „richtigen“ Schuh. Wer sich wohl fühlt, kann in Baumwollpullis laufen, aber ein richtiger Schuh fängt die Schläge auf die Gelenke auf und beugt damit Schmerzen vor. Hier lohnt es sich, bei einem Laufspezialisten Tipps zu holen. Denn wer beim ersten Lauftraining Schmerzen hat, geht garantiert nicht noch ein zweites Mal.

Und was sind die Tipps für die Profis? Diejenigen, die schon Marathons laufen und dranbleiben möchten?

Immer wieder mal in der Gruppe laufen. So muss man sein Tempo anpassen: Entweder läufst du langsamer oder schneller. Beides ist positiv für die eigene Motivation. Von meinen aktuell sechs Trainings in der Woche laufe ich mindestens zwei bis drei in der Gruppe.

Im Frühling leitest du unseren Laufkurs, der alle Interessierte auf den Auffahrtslauf vorbereitet. Was sind die Details?

Wir treffen uns an vier Abenden im April und Mai und schauen beispielsweise das Auf- und abwärts laufen an, Schuhwahl und Intervalltraining.

Ich bin jetzt nicht so der Gruppenläufer, wieso soll ich mich trotzdem anmelden?

Die erste Verbindung ist schon mal gegeben: du bist sportlich. Alle sind offen und dadurch kann man von den Anderen lernen. Das macht es spannend. Man kann also nicht nur vom Kursleiter lernen. Und für den Kursleiter ist es auch kein Problem, unterschiedliche Lauftypen im Team zu haben.

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Produkte aus Plastikmüll

Unternehmen versuchen, wenn immer möglich Abfälle zu recyceln und daraus neue Produkte herzustellen. So auch adidas, welches mit der Organisation Parley eine Partnerschaft eingegangen ist. Aus Plastikmüll aus den Meeren werden so Shirts für den FC Bayern München und Real Madrid sowie Schuhe. Der Schuh besteht beispielsweise aus 98% „Abfall“. Bis Ende 2017 möchte adidas mindestens 1 Million Schuhe vom Ultraboost mit Meeresplastik herstellen. Parley ist verantwortlich für das Meeresplastik-Programm. Mehr Infos